Ausstellung/ Installation     Schloss Wolfsburg / Jagdsaal

Ausstellung der Nominierten für den Social Media Art Award

Eröffnung: Donnerstag, 12.09.13, 19h, Eintritt frei

Ausstellung Öffnungszeiten:
Freitag, 10 –17h, Samstag, 13 –18h, Sonntag, 11–18h

Soziale Netzwerke haben unsere Kommunikation verändert, eröffnen neue Möglichkeiten der Partizipation und Interaktion in einer globalisierten Gesellschaft, in der politische und geografische Grenzen an Bedeutung verlieren. Durch das Aufbrechen des klassischen Kommunikationsmodells von Sender und Rezipient hin zu einem sozial-medialen Dialog werden User zu Produzenten, die sich austauschen und gemeinschaftlich und öffentlich Inhalte bearbeiten und gestalten. Dadurch entstehen sowohl neue Formen, Chancen und Zwänge der medialen Selbstinszenierung, als auch Möglichkeiten der partizipatorischen Produktion von künstlerischen Inhalten.
Mit dem Social Media Award beschreitet die Phaenomenale 2013 neue Wege und verleiht erstmals einen Preis, der weltweit der erste seiner Art ist. Die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung prämiert ein Werk, das den Entwicklungen im Zusammenhang mit der Verbreitung von sozialen Netzwerken Rechnung trägt, indem es die grundlegenden Veränderungen der Kommunikationswege zwischen Menschen und die neuen Formen der Kooperation thematisiert.

Aus 69 Einreichungen wurden 4 Arbeiten für den Social Media Art Award nominiert, die im Rahmen der Phaenomenale ausgestellt werden:

„ACrowdedApocalypse“ des internationalen Künstlerkollektivs IOCOSE lässt die Grenzen zwischen Politik, Verschwörungstheorien und kritischem Zynismus verschwinden. Durch das Verfahren des Crowdsourcing wurden User beauftragt fiktive Verschwörungstheorien großer Konzerne, in Verbindung mit einem für diesen Zweck generierten Symbol, künstlerisch bzw. durch das Medium der Fotografie und das Internet aufzuzeigen.

„Default to public“ von Jens Wunderling bringt Twitter-Texte aus der Pseudo-Privatheit der Smartphones in den öffentlichen Raum. Zwei öffentliche Sphären, die virtuelle und die reale, werden so innerhalb eines Zeitfensters miteinander verknüpft, wodurch eine Bewusstwerdung der Selbstdarstellung des Einzelnen in der Online-Welt entsteht.

„The real Karen Eliot“ und „Powerseller“ von Karen Eliot sind Arbeiten, die hinter der Maske eines kollektiven Pseudonyms entstanden sind. Diese Verschleierung der Identität ermöglicht es, ein gemeinsames Werk zu kreieren, das schließlich keiner einzelnen Person mehr zuzuordnen ist. Mit Hilfe des medialen Abbildes der realen Welt im digitalen Netz untersucht Karen Eliot die Funktionsweise von sozialen Netzwerken. Die Projekte arbeiten mit dem Internet als künstlerisches Medium, adaptieren Strategien und verformen sie zu Adbusting oder Fake, um dann über Social Media in die Alltagsrealität der Menschen einzudringen.

„Burn Babe burn – Glamorous Austerity“, eingereicht von Brigitte Dunkel, entstand in Kooperation mit dem Online-Projekt „ArtProtesters“ aus Portugal und vernetzt Künstler über Ländergrenzen hinweg, um die unbefriedigende Situation der portugiesischen Kulturszene anzuprangern. Dabei handelt es sich um performativ vorgenommene Kunstverbrennungen. Die Idee der inszenierten Zerstörung eigener Werke wurde in täglicher Folge auf der „ArtProtesters“-Mainpage, via Facebook, Youtube und Tumblr gepostet.

Jurymitglieder:
Andreas Broeckmann (Leuphana Universität, Lüneburg)
Davy Champion (phæno, Wolfsburg)
Claudia Giannetti (Edith-Russ-Haus, Oldenburg)
Justin Hoffmann (Kunstverein Wolfsburg)
Anita Placenti-Grau (Stadt Wolfsburg, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation)
Florian Wonneberger (Stadt Wolfsburg, Kulturwerk)