Jochen Schmith
Ausstellung:
27.02. - 9.05.10
Kunstverein Braunschweig, Haus Salve Hospes
Öffnungszeiten:
Di.-So. 11-17h, Do. 11-20h
Die erste dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte war die so genannte Tulpenmanie. Als die noch unbekannte Tulpenzwiebel Ende des 16. Jahrhunderts nach Holland kam, löste das exotische Gewächs einen regelrechten Tulpenwahn unter den Niederländern aus. In den 1630er Jahren waren die Preise für Tulpenzwiebeln explodiert und zum Teil um das Fünfzigfache gestiegen, sodass beispielsweise in Amsterdam ein Haus für drei Tulpenzwiebeln erworben wurde. Die Blase platzte 1637: quasi über Nacht fielen die Preise um über 95 Prozent.
Das Künstlerkollektiv Jochen Schmith (Carola Wagenplast, Peter Hoppe und Peter Steckroth) greift das Phänomen der Tulpenmanie auf und eignet sich für die Ausstellung im Kunstverein Braunschweig bestimmte bildgewordene Vereinbarungen unter dem symbolischen Prinzip der Spekulation an. Historische Bilder werden zu Metaphern gegenwärtiger Kapital-Akquirierungen. Jochen Schmith geht der Frage nach Wertigkeiten auf unterschiedlichen Ebenen nach: Einerseits geht es um die Mechanismen, die Wert und Exklusivität etablieren, andererseits um Ausschlussmechanismen, die den Markt insgesamt – auf eine besondere Weise aber auch den Kunstmarkt – bestimmen. Stets jedoch geht es Jochen Schmith um eine Fragmentierung von Wirklichkeiten oder Bildwelten, die eine Potentialität von Orten oder Dingen sichtbar macht.
Kunstverein Braunschweig
Eintrittspreise
regulär: 3,00 Euro, ermäßigt (Studenten, Schüler, Erwerblose, Behinderte): 1,60 Euro, Mitglieder und Kunststudenten: frei
